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Der Kompass, der uns auf Kurs hält

Wir durften bereits lernen und erleben, dass Gott unsere Schritte bestätigt, wenn unser Herz auf Ihn ausgerichtet ist. Doch was hält unser Herz überhaupt auf Kurs? Wenn wir ehrlich sind, ist Gehorsam gegenüber Gott in den meisten Fällen nicht immer der einfachste Weg.



Die letzten Monate und Jahre haben wir entdecken und erleben dürfen, was uns auf Kurs hält – selbst in Situationen, in denen wir mit mehreren Hindernissen und Problemen konfrontiert waren. Verschiedene Themen könnten hier genannt werden, die einen Einfluss hatten. Was jedoch besonders hervorstach, war die Freude und das stetige Verlangen nach der Furcht des Herrn.


Die heilige Furcht Gottes ist weder Angst noch Zwang. Sie ist eine innere Haltung, in der Liebe, Ehrfurcht und Gehorsam miteinander verwoben sind. Sie engt uns nicht ein, sondern befreit uns, weil wir aufhören, alles selbst kontrollieren zu wollen. Dieses Thema ist umfangreich und vielschichtig. Darum beschränken wir uns bewusst auf den Kontext dieses Beitrags.


Mose und das Volk Israel

Mose führt das Volk auf wundersame Weise aus Ägypten. Das langfristige Ziel des Volkes Israel war das verheissene Land. Doch bevor Gott sie dorthin führt, möchte Er sich dem Volk offenbaren, damit sie erkennen, wer Er ist und wer sie tatsächlich aus Ägypten herausgeführt hat. Gott will nicht nur als Befreier gekannt werden, sondern als Herr. Nicht nur als der, der Wunder tut, sondern als der, dem man vertraut.


Interessant dabei ist, wie Mose das Volk auf dieses Treffen vorbereitet. Er erhält klare Vorgaben darüber, was zu erwarten ist. In 2. Mose 20,20 sagt Mose etwas, das auf den ersten Blick widersprüchlich klingt: «Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu prüfen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt!»


Wie kann Mose sagen: Fürchtet euch nicht, und im gleichen Atemzug: damit die Furcht des Herrn vor euch sei? Er widerspricht sich nicht – er unterscheidet.


Es gibt einen Unterschied zwischen Angst vor Gott und der Furcht des Herrn.

Und das wird nur einen Vers später deutlich. In 2. Mose 20,21 lesen wir: „Da trat das Volk von ferne; Mose aber nahte sich dem Dunkel, worin Gott war.“


Die Menschen zogen sich zurück – Mose aber näherte sich. Was war der Unterschied? Mose fürchtete Gott – das Volk hatte Angst vor Gott. Die einen rannten weg, der andere kam näher. Und genau das ist der Unterschied zwischen Angst und heiliger Furcht.


Wenn wir Angst haben, fliehen wir vor Gott. Wenn wir Ihn in der heiligen Furcht leben, zieht uns Seine Gegenwart an – selbst, wenn sie uns überfordert.


In seiner Gegenwart entsteht Intimität.

Wenn Gott unsere Massstäbe sprengt

Als wir unseren „Auftrag“ erhielten, hier in den USA zu bleiben, war das nicht gerade die Nachricht, die wir erwartet hätten. Unsere Situation ist nicht mit der von Mose und dem Volk Israel zu vergleichen. Dennoch war es für uns eine Entscheidung, die unsere menschlichen Grenzen überstieg, weil wir ein Leben gewohnt waren, das von einer geglaubten „Sicherheit“ geprägt war.


Gott handelte nicht so, wie wir es geplant oder erwartet hätten. Und genau hier wurden wir herausgefordert, Gott nicht auf unsere Vorstellungen von Sicherheit, Timing oder Lösungen zu begrenzen.


Doch durch das ständige In-Erinnerung- und Vor-Augen-Rufen der heiligen Furcht zog uns Seine Gegenwart an. Sie hielt uns davon ab, vorschnell zurückzuweichen, und ermutigte uns, näherzukommen. So wagten wir den Schritt und vertrauten lieber Seiner Stimme und Führung als unserer eigenen.


Heilige Furcht – Der Schutz unserer Beziehung

Mose lernte, Gott nicht nach dem zu definieren, was er verstand, sondern Ihm zu vertrauen – selbst dann, wenn er den ganzen Weg nicht vollständig sehen konnte. Während das Volk Abstand hielt, näherte sich Mose. Nicht, weil er alles verstand, sondern weil er wusste, wem er vertraute.



Auch wir sind versucht, Gott auf unsere Vorstellungen von Sicherheit, Timing und Lösungen zu begrenzen. Doch die heilige Furcht des Herrn lädt uns ein, Ihn nicht auf das Bekannte zu reduzieren. Sie befähigt uns, näherzukommen – auch dann, wenn der Weg unsere menschlichen Grenzen übersteigt.


In Seiner Gegenwart werden wir transformiert – von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.

Was Ihm wichtig ist, wird uns wichtig.

Was Ihm egal ist, verliert für uns an Bedeutung.

Was Er hasst, beginnen wir zu hassen.

Was Er liebt, beginnen wir zu lieben.


Die richtigen Entscheidungen zu treffen wird dadurch viel klarer, weil wir mehr und mehr in Gottes Bild verwandelt werden. Unwichtige Dinge verlieren an Wert, und was für Gott wichtig ist, gewinnt an Bedeutung.


Wenn die Bibel davon spricht, dass die Furcht des Herrn der Anfang von Erkenntnis und Weisheit ist, lohnt es sich, einen tieferen Blick auf dieses Thema zu werfen. Täglich sind wir mit den unterschiedlichsten Situationen konfrontiert, in denen wir Entscheidungen treffen müssen – wie hilfreich ist da Seine Weisheit!


Und der Apostel Johannes schreibt, dass das ewige Leben darin besteht, Ihn zu erkennen. Die Furcht des Herrn ist dabei kein Hindernis für Beziehung – sie ist deine Grundlage.

Ohne sie werden wir Gott irgendwann nach unserem Bild formen. Mit ihr erkennen wir, dass Sein Weg besser ist als unserer, auch wenn wir ihn nicht immer verstehen.


Wie ein Kompass uns nicht jeden einzelnen Schritt erklärt, aber zuverlässig die Richtung vorgibt, so hält die Furcht des Herrn unser Herz auf Kurs – selbst dann, wenn der Weg durch unbekanntes Terrain führt.



Und genau deshalb hält die Furcht des Herrn uns auf Kurs –nicht durch Druck, sondern durch Ehrfurcht. Nicht durch Angst, sondern durch Liebe.


„Alle Weisheit beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem HERRN hat. Den heiligen Gott kennen, das ist Einsicht!» (Sprüche 9,10 - HfA)


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Über uns

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Wir sind ein Ehepaar und angehende Pastoren – leidenschaftlich für Jesus, berufen zum Gemeindebau und unterwegs auf einem Weg des Vertrauens. Unser Herz schlägt für Beziehungen, eine Kirche, die lebt, und einen Glauben, der den Alltag durchdringt.

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