Wind treibt Feuer
- Johann&Betty

- 30. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Nach einem Jahr Gebet, Planung und Vorbereitung haben wir an Pfingsten offiziell Forward Church in den USA gegründet. Was lange weit weg und fast unwirklich schien, ist jetzt Realität.
Wir haben viele Stunden investiert – im Gebet, in Gesprächen und in der Organisation. Wenn ich heute zurückblicke, fällt es mir schwer zu beschreiben, was dieser Moment für uns bedeutet hat. Gleichzeitig fühlt es sich erstaunlich selbstverständlich an. Nicht, weil alles einfach war, sondern weil es sich nie wie unser eigener Plan angefühlt hat.
Pfingsten erinnert uns daran, dass der Heilige Geist ausgegossen wurde und die Gemeinde ihren Anfang nahm. Bevor Jesus zum Vater zurückkehrte, gab er seinen Jüngern noch eine klare Anweisung: Wartet. Wartet auf den Heiligen Geist, bevor ihr losgeht. Erst die Kraft, dann der Auftrag.

Der Moment, der alles verändert hat
Fünfzig Tage nach dem Passahfest sind die Jünger zusammen. Sie warten – und kurz darauf geschieht etwas, das die Geschichte der Kirche für immer verändert.
Der Heilige Geist kommt nicht leise und unauffällig. Er kommt mit Wind und Feuer.
Kurz danach steht Petrus auf und hält eine Predigt, durch die sich an einem einzigen Tag 3’000 Menschen Jesus zuwenden. Dabei war es derselbe Petrus, der nur wenige Wochen zuvor Jesus dreimal verleugnet hatte. Der Unterschied war, dass er jetzt nicht mehr aus eigener Kraft handelte, sondern aus der Kraft des Heiligen Geistes.
Der Heilige Geist kam nicht, um es ihnen bequemer zu machen. Er kam mit Wind und Feuer – mit Bewegung und Richtung.
Wind: Bewegung, die man nicht aufhalten kann
Wind kann man nicht sehen. Man sieht nur, was er bewegt.
Der Wind an Pfingsten war kein Zufall. Gott setzte in Bewegung, was Jesus am Kreuz bereits möglich gemacht hatte. Der Heilige Geist kam mit Kraft – und Kraft bewegt immer etwas.
Seitdem hat der Heilige Geist seine Gemeinde immer wieder vorwärtsgeführt. Nicht zurück oder auf der Stelle. Immer weiter.
Feuer: Es bleibt nicht an einem Ort
Feuer bleibt nicht dort, wo es entfacht wird. Es breitet sich aus.
Das Feuer an Pfingsten machte deutlich: Die Gemeinde sollte nicht im Obergemach bleiben. Gottes Plan war von Anfang an, dass die Botschaft hinausgeht.
Ein Lauffeuer wird vom Wind angetrieben. Und überall dort, wo es hinkommt, verändert sich etwas.
Genau dazu wurden die Jünger ausgerüstet. Sie sollten diese Erfahrung nicht für sich behalten, sondern als Gottes Botschafter in die Welt gehen.

Ein Botschafter
Ein Botschafter spricht nicht in seinem eigenen Namen. Er vertritt das Land, das ihn gesandt hat. Er muss sich seine Botschaft nicht selbst ausdenken, sondern gibt weiter, was ihm anvertraut wurde. Seine Autorität kommt nicht aus ihm selbst, sondern von dem, den er repräsentiert.
So ist es auch im Reich Gottes.
Wir gehen nicht aus eigener Kraft oder mit unserer eigenen Autorität. Jesus hat uns beides gegeben. Deshalb spielt es keine Rolle, ob wir eher introvertiert oder extrovertiert sind. Unsere Sicherheit kommt nicht aus unserer Persönlichkeit, sondern aus ihm.
Wir sind keine Selbstständigen im Auftrag Gottes. Wir sind Botschafter eines Königreiches – mit allem, was dazugehört.
Fünf Wochen unterwegs
Ein Lauffeuer breitet sich dort am schnellsten aus, wo der Wind es hinträgt.
Wenn wir bereit sind, uns vom Heiligen Geist führen zu lassen, wird Gott oft mehr durch unser Leben tun, als wir mit unseren eigenen Plänen je erreichen könnten. Wie das aussieht, ist bei jedem Menschen anders.
Für uns bedeutete es, nach Amerika zu gehen und eine Gemeinde zu gründen.
Jetzt sind wir seit fünf Wochen hier und erleben bereits, wie Gott Menschen berührt und Türen öffnet. Dabei haben wir nicht alles perfekt geplant oder besonders gut organisiert. Sondern wir vertrauten seiner Führung.
Jesus baut seine Gemeinde. Wir dürfen einfach Teil davon sein. Das ist ein Geschenk, für das wir ihm alle Ehre geben.

Und du?
Vielleicht bedeutet Gottes Führung für dich nicht, in ein anderes Land zu ziehen oder eine Gemeinde zu gründen.
Vielleicht führt er dich genau dorthin, wo du heute schon bist: in deine Familie, an deinen Arbeitsplatz, in deine Nachbarschaft oder zu einem Menschen, der Hoffnung braucht.
Die Frage ist nicht unbedingt, wo Gott dich haben möchte. Die Frage ist, ob du bereit bist, dich von ihm führen zu lassen.
Was könnte Gott durch dein Leben tun, wenn du ihm heute ganz neu diese Frage stellst:
"Herr, wohin möchtest du mich führen?"
Wir dienen einem großen Gott. Bei ihm ist nichts unmöglich.





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